Gastrosophie

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GASTROSOPHISCHE  NOTIZEN

Der Gourmand verdirbt sich oft den Magen;

der Gourmet tut dies vielleicht langsamer, aber gemütlicher.
Der Gastrosoph wird im Gegenteil selbst eine geschwächte Gesundheit  
durch kluges Verhalten wieder herzustellen wissen.

Eugen Freiherr von Vaerst



Ich beschäftige mich beruflich und privat mit Produktion, Bearbeitung und Konsum von Nahrungsmitteln.
Anders ausgedrückt: Ich koche und esse sehr gerne, bin für einen guten Tropfen (fast) immer zu haben und forsche, schreibe und spreche auch hin und wieder über den einen oder anderen kulinarischen Aspekt.
Ob ich jetzt Gastrosoph, Gourmet oder Gourmand bin, eher zur Gastromanie, Gastrolatrie 
oder gar gloutonnerie neige, ist - wie so vieles im Leben - Definitionssache. (s.u.)
Einige meiner laufenden Arbeiten werde ich hier in nächster Zeit schrittweise veröffentlichen - und für Ergänzungen und Anregungen immer dankbar sein. 



DER GASTROSOPHISCHE INDEX


(1) Ein paar Definitionen vorab



Auf dieser Seite sammele ich Literaturhinweise zu Kriminalromanen, in denen es auch um Essen und Trinken geht: Bücher über ermordete Küchenchefs, vergiftete Pasteten und kochende Detektive.



Hier werden in den nächsten Jahren alle gastronomischen Objekte (mit Quellenangaben) aufgelistet, die sich je einmal in Mainz befunden haben - von den ersten Herbergen über die frühen Touristenhotels des 19. Jahrhunderts und die Nachkriegs-Weinstuben  bis zu den zeitgenössischen Clubs und Lounges. Integriert wird eine zweite Datensammlung, die alle mir vorliegenden Tests und Kritiken beinhaltet (nicht nur von Mr. X oder Lou Kull) und auf meinen älteren Seiten unter dem Titel "Essen und Trinken in Mainz" seperat aufgeführt wurde.

(4) Essen und Trinken im Médoc

Annäherungsversuche an die französische Gastronomie

(5) LITERATUR

Verzeichnis der auf diesen Seiten zitierten Literatur




Ein paar Definitionen vorab:


Gastrosophie   -  
"die Kunst, Tafelfreuden weise zu genießen" [von grch. gaster "Magen" und sophos "kundig, weise"] NICKEL: "Die Weisheit des Essens". Der Begriff wird erstmals 1852 von Eugen van Vaerst in seinem Buch "Gastrosophie oder Lehre von den Freuden der Tafel" verwendet.

Gastrosoph   -  
"Einer, der Speisen und Getränke mit Sorgfalt auszuwählen, Tafelfreuden weise zu genießen und klug über sie zu debattieren weiß." (DUMONT) Nach GORYS beschränkt er sich auf Speisen, die ihm zusagen und bekömmlich sind: "Der Gastrosoph läßt sich mehr von der Vernunft als von seinen Gefühlen leiten."

Gastrolatrie   -  
"Bauchdienst", Gastromanie, die dem dicken Bauch frönt

Gastromanie   -  
obsessives Essen und Schwelgen

Gastronom   -  
Kochkünstler, Gastwirt (auch: Feinschmecker); DUMONT fast es genauer: "Feinschmecker, der sich in der guten Küche und der Geschichte, Zubereitung der Speisen auskennt ....."

Gastronomade   -  
reisender Feinschmecker, der auf regionale Küchen spezialisiert ist.

à la gastronome   -  
Feinschmecker-Art, Gastronomen-Art   (1.) Garnitur aus glasierten Kastanien, sautierten Morcheln und kleinen pochierten Trüffeln evtl. mit Hahnenkämmen und -nierchen und/oder Braisierten Lammbrieschen; (2.) Crème à la gastronome - Rahmsuppe von Geflügel und Maronen mit einer Einlage von Trüffelstreifen, Morchelscheiben und Hahnenkämmen; (3.) Sauce gastronome - Demiglace mit Schaumwein und Fleischfarce eingekocht, mit Cayennepfeffer und Madeira gewürzt. (CASPAREK-TÜRKKAN)

gloutonnerie   -  
[franz.] "herzlose Völlerei"

Gourmand   -  
[altfranz. gormant "gefräßig, leckerhaft"] Vielesser, Schlemmer. DUMONT lehnt den Begriff "Vielfraß" ab und bezeichnet ihn als einen "Feinschmecker ... der weiß und genießt, was er ißt." Dies deckt sich auch mit der Verwendung des Begriffes durch Grimot de la Reynière in seinem "Almanach des Gourmands". PINI rückt ihn dagegen in die Nähe des Gastromanen, der über einen überdurchschnittlichen Appetit verfügt. Noch deutlicher CASPAREK-TÜRKKAN (sie reduziert ihn auf die Quantität des Essens) und GORYS, der ihn als "schlemmenden Vielfraß" bezeichnet.

Gourmandise   -  
(1.) Schlemmerei, Feinschmeckerei (auch: Leckerbissen); mit Brot und Butter als Vorspeise, Imbiß o.ä.; (2.) allegorische Verkörperung des Geschmacks zur Muse des Gourmets (PINI)

Gourmandises   -  
"Kleine, würzige Leckereien aus verschiedenen Teigen, mit pikanten Füllungen" (NICKEL)

Gourmet   -  
[altfranz. gromet "Gehilfe eines Kaufmanns oder Weinhändlers", im 18. Jahrhundert als courtier-gourmet-piqueur für die Auswahl von Speisen und Getränken zuständig]  (1.) Feinschmecker, Kenner von Speisen und Getränken (ursprünglich: Weinkenner); (2.) Fleischgarnitur mit Artischockenböden, Champignons, Trüffelscheiben und Madeirasauce.

consommé de gourmet   -  
Geflügelkraftbrühe (mit gewürfelter Pökelzunge, Gänseleber und Wildfleisch; dazu pochierte Hühnerfarce mir blanchierten Pistazienspänen) (CASPAREK-TÜRKKAN)

Gourmet
-Dressing   -  
Salatsauce (Mayonnaise, Ketchup, Chilisauce, hartgekochte Eier, grüne Pfefferschoten, Petersilie, Zitronensaft) (CASPAREK-TÜRKKAN, GORYS)

salade du gourmet   -  
grobe Julienne von Staudensellerie, Trüffeln und Hahnenkämmen, gebunden mit Mayonnaise (mit Trüffelmus verfeinert), garniert mit Maronen und Morcheln, in Essig-Öl-Marinade und gehackten Kräutern. (CASPAREK-TÜRKKAN)

Gourmetsauce   -  
mit Fischessenz verkochte Rotweinsauce; aufgeschlagen mit Hummernutter, garniert mit Hummer- und Trüffelwürfeln.

goût   -  
[frz.]
Geschmack

goutieren   -  
kosten, an etwas Gefallen finden


Der Begriff "Gastrologie" ist im deutschen Sprachgebrauch unbekannt, und würde eher von der Medizin in Beschlag genommen werden. (vgl. Gastroenterologie - "die Wissenschaft von den Magen- und Darmkrankheiten")




Zitierte Literatur


Birle
, Herbert
Die Sprache der Küche. Ein kulinarisches Lexikon für Gastrosophen und Gourmets. Pforzheim: Weberdruck (1982)

Casparek-Türkkan
, Erika
Küchenlexikon für Feinschmecker. Kulinarische Fachausdrücke von A-Z. München: Heyne (1989)

Duch
, Karl
Handlexikon der Kochkunst. Kempten: Pröpster (Neuauflage, 1961)

Dumont
, Cédric
Kulinarisches Lexikon. Bern: Hallwag (2. Aufl., 1998)

Gorys
, Erhard
dtv-Küchen-Lexikon. Von Aachener Printen bis Zwischenrippenstück. [Ungekürzte Textausgabe von Heimerans Küchenlexikon] München: dtv (6. Auflage, 1985)
 
Hering
, Richard
Lexikon der Küche. Gießen: Pfanneberg (22. Druckauflage, 1984)

Nickel
, Willi B.
Gourmet-Lexikon. Über 2000 Begriffe für Feinschmecker. Wiesbaden: Englisch (1988)

Pini
, Udo
Das Gourmet Handbuch. Köln: Könemann (2000)

de la Reynière
, Grimot
Almanach des Gourmands.

van Vaerst
, Eugen [Freiherr]
Gastrosophie oder Lehre von den Freuden der Tafel. (1852)

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